Johann Cilencek

 Deutscher Komponist und Hochschullehrer, langjähriger Rektor der Musikhochschule „Franz Liszt Weimar,sowie Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR.Sein Vater (ebenfalls) Johann Cilenšek und dessen Bruder waren aus Slowenien eingewanderte Porzellandreher, die in Großdubrau nahe Bautzen in ihrem Beruf arbeiteten. 1933 zog seine Familie von Großdubrau nach Hermsdorf, während die Familie des Bruders (gefallen im 2.Weltkrieg bei Stalingrad) nach Neuhaus-Schierschnitz übersiedelte. An beiden Orten arbeiteten die Brüder wieder als Porzellandreher in den dortigen Betrieben. 

Johann Cilenšek wurde 1913 in Großdubrau geboren.
Von 1924 bis 1933 besuchte zunächst die Grundschule in Großdubrau und ab der 5. Klasse - auf Grund seiner guten Leistungen, die Landständische Oberschule in Bautzen, wo er das Abitur erwarb. Nach dem Umzug arbeitete er in Hermsdorf / Thüringen in der HESCHO.
1935 bis 1939 studierte er am Konservatorium in Leipzig Kirchenmusik, u.a. bei Johann Nepomuk David (Komposition) und Friedrich Högner (Orgel).
1937 trat er der NSDAP bei. Von Kriegsbeginn 1939 bis Kriegsende 1945 war sein Vater Johann Cilenšek sen. als Schleifer und Dreher in die HESCHO dienstverpflichtet, während Johann Cilenšek in das Junkers Motorenwerk Köthen dienstverpflichtet wurde. 1945 bis 1947 Lehrer für Tonsatz und Komposition am Thüringischen Landeskonservatorium in Erfurt.
1945 trat Cilenšek der KPD und 1946 der SED bei.
1947 Professor für Tonsatz und Komposition an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.
Er war 1951 bis 1956 und 1964 bis 1966 Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen des Verbandes Deutscher Komponisten, außerdem seit 1961 Mitglied der Akademie der Künste.
1955 Nationalpreis der DDR 1960 Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold
1966 bis 1972 war er als Nachfolger von Werner Felix Rektor der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.
1969 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
1970 Nationalpreis der DDR 1973 Kulturpreis der Stadt Erfurt
1975 Kunst- und Literaturpreis der Stadt Weimar
Im Jahr 1978 wurde er als Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR berufen.
Johann Cilenšek emeritierte 1980.
Zehn Tage nach seinem 85. Geburtstag verstarb er 1998 in Erfurt, dessen Ehrenbürger er ist.Johann

Cilencek komponierte fuenf Sinfonien, Klavierkonzerte, ein Konzert fuer Orgel und Streichorchester, Konzerte fuer Soloinstrumente und Orchester, Silhouetten fuer 15 Solostreicher, ein Mosaik fuer Grosses Streichorchester, Sonaten, Chorwerke und Lieder. Er war der "grosse alte Mann" der Neuen Musik Thueringens, ein Meister aller kompositorischen Klassen und ein ebenso unbestechlicher wie integrer Zeitgenosse auch in schwierigen Jahrzehnten deutscher Geschichte. Viele heute beruehmte Musiker und Komponisten haben bei ihm studiert.

http://www.hermsdorf-regional.de/persoenlichkeiten/cilensek/

Year / Artwork Title Importance Medium
1958 Symphony No 4 4.00 stars CD
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Ensemble: Leipzig Radio Symphony Orchestra cond. Herbert Kegel