Friedrich Goldmann

geboren am 27. April 1941 im saechsischen Siegmar-Schoenau (heute ein Ortsteil von Chemnitz), wurde 1951 Mitglied des Dresdner Kreuzchors und absolvierte bis zum Abitur 1959 dessen Internatsschule. In dieser Zeit begann er bereits intensiv zu komponieren. Nach einem Besuch der Darmstaedter Ferienkurse fuer Neue Musik im Sommer 1959, wo er am Spezialseminar fuer Komposition bei Karlheinz Stockhausen teilnahm, begann Goldmann ein Kompositionsstudium an der Dresdner Hochschule fuer Musik bei Johannes Paul Thilman, das er 1962 mit dem Staatsexamen abschloss. Auf Empfehlung von Paul Dessau ging Goldmann anschliessend nach Berlin, wo er Meisterschueler von Rudolf Wagner-Regeny an der Deutschen Akademie der Kuenste wurde und als freier musikalischer Mitarbeiter im "Berliner Ensemble" erste wichtige kuenstlerische Kontakte unter anderem zu Heiner Mueller, Karl Mickel, Ruth Berghaus, Herbert Kegel und Luigi Nono fand. 1964-68 studierte er noch Musikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universitaet bei Georg Knepler und Ernst Hermann Meyer.

Seit 1968 lebt er in Berlin als freischaffender Komponist, der sich vor allem mit Orchester- und Kammermusik auch international einen Namen gemacht hat. Daneben erweiterte sich allmaehlich Goldmanns Wirkungskreis auf paedagogisches und interpretatorisches Gebiet. Als Mitglied der Akademie.der Kuenste der ehemaligen DDR (seit 1978) betreute er immer wieder junge Komponisten, die ihn als Lehrer suchen und denen er - um mit Ernst Bloch zu sprechen - zur individuellen "Kenntlichkeit" ihres Koennens verhilft. Zu seinen bisherigen Schuelern, die bereits beachtliche Oeffentliche Resonanz gefunden haben, gehoeren unter anderem Johannes Wallmann, Nico Richter de Vroe, Jakob Ullmann, Robert Linke, Steffen Schleiermacher und Ellen Huenigen. Ihnen stellt er sich oft auch als Dirigent zur Verfuegung, wenn es gilt, neue Stuecke zur Auffuehrung zu bringen - wie etwa 1988 zu den Donaueschinger Musiktagen.

Goldmanns Begabung zum Dirigieren hat inzwischen ein professionelles Niveau erreicht, das ihm eine internationale Karriere erlauben wuede. Er hat lange vor der Vereinigung in beiden Teilen Deutschlands und in anderen Laendern fuehrende Orchester mit spezifischen Programmen dirigiert, die Werke der Tradition, der klassischen Moderne und zeitgenoessischen Avantgarde enthielten und meist in enger Beziehung zu seinen kompositorischen Interessen stehen. Goldmann erhielt 1973 den Hanns Eisler-Preis, 1977 den Kunstpreis und 1987 den Nationalpreis der DDR (3. Klasse). Seit 1988 ist er staendiger Dirigent des "Boris Blacher-Ensembles" an der Hochschule der Kuenste Berlin - verbunden mit Kompositions- und Dirigierunterricht im Rahmen einer Professur (1991). 1990 wurde Goldmann zum Mitglied der Westberliner Akademie der Kuenste und zum Praesidenten der Deutschen Sektion der IGNM gewaehlt. Nach der Wiedervereinigung war Goldmann bis 1997 Praesident der Gesellschaft fuer Neue Musik fuer die Sektion Bundesrepublik Deutschland. 1991 Ubernahm er eine Professur fuer Komposition an der Hochschule der Kuenste, Berlin (heute Universitaet der Kuenste). Seit 2006 ist Friedrich Goldmann emeritiert.

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/erlebte-geschichte/komponisten/-/id=1610146/nid=1610146/did=1727850/18oldqq/index.html

Year / Artwork Title Importance Medium
1972-1973 Symphony No 1 4.00 stars  CD
Arthur Bliss Comments:
Berlin Radio Symphony Orchestra cond. Wolf-Dieter Hauschild